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Förderschule Sprache Brehmstraße

Konzept

Offener Ganztag

Das Konzept des Offenen Ganztages ist Bestandteil des Schulprogramms. Es gibt eine gemeinsame Verantwortung für die Kinder.  Das Schulleben wird gemeinsam gestaltet durch alle daran beteiligten Personen.

Leitgedanken

Wir betrachten jedes Kind als individuelle Persönlichkeit mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Interessen und Bedürfnissen. Der Entwicklungsstand von Kindern ist zum Zeitpunkt der Einschulung sehr unterschiedlich. In unserem Ganztagsangebot möchten wir gezielt auf genau diese Vielfalt eingehen und die Kinder dabei unterstützen, sich innerhalb einer Gemeinschaft selbstständig und aktiv mit ihrer Umwelt auseinander zusetzen. Dabei ist es stets notwendig, Regeln bewusst zu machen und Strukturen zu ermöglichen, die den Kindern dabei helfen, ihre Handlungskompetenz innerhalb eines sozialen Gefüges zu entwickeln. Als Förderschule für Sprache liegt zudem der Schwerpunkt unserer Bildungsarbeit in der individuellen Stärkung von Kompetenzen im sprachlichen, kommunikativen und emotionalen Bereich unserer Schülerinnen und Schüler. Wir bemühen uns dabei um eine Förderung durch „mehr Zeit“ für das Kind, d.h. mehr Zeit zum Lernen für Sprache, für musisch-kulturelle Bildung, für Bewegung, Spiel und Sport und nicht zuletzt für soziales Lernen.

Im Schuljahr 2006/07 ist der Offene Ganztag mit 36 Schülerinnen und Schülern gestartet und konnte stetig wachsen: Im Schuljahr 2013/14 wurde eine Aufstockung der OGS-Plätze auf 120 Schüler erreicht. Damit haben zurzeit alle Kinder, die einen Platz beantragt haben und bei denen Bedarf besteht, einen Platz. Es wird angestrebt, auch im nächsten Jahr wieder allen Kindern mit Bedarf einen Platz zur Verfügung zu stellen. Die tägliche pädagogische Begleitung der Kinder durch das Lehrerkollegium und das OGS-Team, z.B. das gemeinsame Mittagessen, Sprachtherapie und Lernförderung, die einzelnen Lernzeiten sowie das AG-und Projektangebot  findet zwischen 8.00 und 16.00 Uhr statt.

Das OGS-Team und das Lehrerkollegium verfolgen hier seit Beginn ihrer Zusammenarbeit einen ganzheitlichen Ansatz, nicht nur in Hinblick auf die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern, sondern auch im Hinblick auf Kooperation und Schulentwicklung. Die jährliche kontinuierliche Evaluation des OGS-Konzeptes und die Optimierung des Kommunikations-, Zeit- und Raumkonzeptes hatten eine stetige Verbesserung der Gruppensituationen und die Ausweitung auf 120 Schüler zur Folge. So konnten neue Lernformen entstehen und prozessorientiert weiterentwickelt werden. Hier ist es besonders wichtig, die gemeinsame Kommunikationsstruktur zu füllen und voran zu treiben, d.h. konkret die Rahmenbedingungen des Zeit- und Raumkonzepts zu nutzen. Aus den derzeitigen Erfahrungen und dem bevorstehenden Umzug muss das Konzept des OGT weiter modifiziert werden.

Raumkonzept

Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung unseres Konzeptes hinsichtlich des Zusammenwachsens von Vor- und Nachmittag und um dem gestiegenen Bedarf an OGS-Plätzen gerecht zu werden, hat sich die gemeinsame Nutzung der Klassenräume (vor allem auch für die Lernzeiten) als praktikabel erwiesen. Zurzeit können die Nebenräume der Klassenräume für Förder- insbesondere Sprachfördergruppen genutzt werden.

In Hinblick auf den Umzug in das Gebäude der Brehmstraße mit einer etwas geringeren Anzahl an Räumen planen wir gerade die Nutzung von

Multifunktionalen pädagogischen Räume als Lern-, Lebens- und Entfaltungsräume.

Die gemeinsam nutzbaren Klassenräume für Unterricht, Lernzeiten und Gruppenstunden mit multifunktionalen Lern-, Spiel- und Ruheecken. Die OGS-/Klassenräume einer Stufe werden möglichst nahe beieinander liegen, um die Kooperation zu erleichtern.

Desweiteren haben wir unter anderem :

  • 1 Musik- und OGS-Gruppenraum
  • 1 Kunst-, Werk- und OGS-Gruppenraum
  • 1 Lesestübchen/Bücherei
  • 1 Psychomotorik
  • 1 Ruheraum
  • 1 Werk-, Kunst- und Experimentierraum
Zeitkonzept

Um ein hohes Maß an Kommunikation, Schulentwicklung, Gestaltungs- und Planungsmöglichkeiten zwischen Schule und OGS zu gewährleisten, dabei aber noch ökonomisch mit den Zeitressourcen der Mitarbeiten umzugehen, wurden gemeinsame Zeiten institutionalisiert, u.a.:

  • Zeitfenster für  Kooperationsstunden für Klassenteams, parallele Kooperationsstunden für parallele Klassen
  • Zeitfenster für gemeinsame Konferenzen (z.B. 1 x im Monat gemeinsam, dazwischen Lehrerkollegium und OGS-Team getrennt)
  • Gemeinsame Fortbildungstage (gemeinsam zu einem Thema und auch getrennte pädagogische Tage am selben Tag)
  • Gemeinsame Info- und Elternpflegschaftsveranstaltungen
  • Tagesabläufe ( siehe Anhang)
Personelles Konzept

Das personelle Konzept wird möglichst in Hinblick auf die Zeitökonomie- sowie die Kompetenzen von Lehrer- und OGS-Team als auch nach den Bedürfnissen der Schüler strukturiert.

Dabei wird u.a. Wert darauf gelegt, dass:

  • die einzelnen OGS-Gruppen von erfahrenen Gruppenleiter/innen (Pädagog/innen/en, Erzieher/innen und zertifizierten pädagogischen Fachkräften) geleitet und von pädagogische Assistenzkräften unterstützt werden.
  • besondere auf unsere Kinder ausgerichtete AGs von externen Anbietern angeboten werden können.
  • die Lehrerstunden größtenteils gezielt in den Lernzeiten eingesetzt und wenn möglich durch den gemeinsamen Einsatz von Lehrer und OGS-Gruppenleitung intensiviert werden.
  • der Tagesablauf des Offenen Ganztages zunehmend Elemente des gebundenen Ganztages enthält, so wird zunehmend rhythmisiert, d.h. die OGS-Gruppenleiter/innen stundenweise als Zweitbesetzung im Unterricht eingesetzt werden und umgekehrt die Lehrer der OGS-Klassen zunehmend am Nachmittag in Lernzeiten und Arbeitsgemeinschaften eingesetzt werden.
Kommunikationskonzept

Die Umsetzung unserer Wertvorstellungen zur gemeinsamen Arbeit mit allen daran beteiligten Personen (Lehrern, OGS-Team, Schülern, Sekretariat, Hausmeister, Busunternehmen, etc.) nach dem Motto: „alle unter einem Dach“, „alle sind beteiligt“ sowie eine gute Kommunikation mit „festen Zeiten zum Reden“ ist unser Ziel.

Dabei legen wir großen Wert auf eine gemeinsame Verantwortung für den „Kinderschutz“, als auch bei der Kindswohlgefährdung

  • gemeinsamen Elternsprechzeiten mit dem OGS-Team; außer bei reinen Schulleistungsgesprächen
  • gemeinsame Beratungsgespräche mit Lehrern und dem OGS-Team
  • Übergabezeiten vom Vor- zum Nachmittag in der kleinen Pause, alternativ: ggf. Raumbücher mit wichtigen Infos über die Schüler und den Vor- bzw. Nachmittag
  • das Gebot der „Verschwiegenheit“, das für jeden Mitarbeiter gilt
  • die grundsätzlich „schnelle Klärung mit Verantwortlichen“ bei allen Unklarheiten, nach Wunsch auch mit Schulleitung oder OGS-Leitung
  • wöchentliche Leitungstreffen zwischen Schulleitung und OGS-Leitung
  • wöchentliche Kooperationsstunden zwischen Lehrern der Klasse und Gruppenleitung
  • monatliche Stufenkonferenzen mit dem OGS-Team
  • die Teilnahme der OGS-Leitung an der schulischen Steuergruppe zur Schulentwicklung
  • tägliche Absprachen mit dem Team und den Kindern
  • tägliche Absprachen im Team
Inhaltliches Konzept

Es ist ein gemeinsames Bestreben den Schulalltag des Vor- und Nachmittages zum gebundenen Ganztag zu führen.  Auf dem Weg dahin, auf dem wir uns seit 2010 befinden, wurden neben dem organisatorischen Konzept auch viele inhaltliche Ziele gemeinsam bearbeitet und umgesetzt. Dazu zählen u.a. die gemeinsame thematische Ausrichtung zur gesunden Schule (Schulobst, gesunde Ernährung)

  • die Gesundheitserziehung (u.a. Ernährung, Bewegung)
  • die Umsetzung gezielter Sprachförderung am Nachmittag (siehe unten)
  • effektive Lernzeiten  (→ Lernzeitmodell)
  • Prävention und Krisen (→ Kriseninterventionsteam)
  • die Erziehung zur sozialen Kompetenz als eine gemeinsame Aufgabe (Streitschlichter, Boxenstopp, gemeinsame Schulregeln usw.)
  • gemeinsame Klassenfahrten und Ausflüge (soweit möglich)
Lernzeitmodell

Gemeinsame pädagogische Leitideen: Gemeinsames Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern im Rahmen der Hausaufgaben eine intensive Übungs-, Vertiefungs- und Lernzeit zu ermöglichen. Gemeinsames Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler sukzessiv von einer unterstützenden, begleitenden Hausaufgabenhilfe zum selbstständigeren Arbeiten zu führen, d.h.:

  • die Selbstorganisation zu fördern
  • die eigenen Problemlösestrategien zu fördern
  • die Eigenverantwortlichkeit zu stärken

Alle mit den Hausaufgaben und der Hausaufgabenbetreuung befassten Personen schaffen einen Rahmen, um eine Kooperation zu ermöglichen. Die Lernzeit einer Klasse wird entweder vom Lehrpersonal, der Gruppenleitung oder in einer Doppelbesetzung durchgeführt.

Umsetzung und Rahmenbedingungen

Die Lernzeit ist ein fest vereinbarter Zeitraum, in dem das Kind sich am Nachmittag mit vorgegebenen Aufgaben (Hausaufgaben) und gewählten Lernaufgaben vertiefend und vorbereitend beschäftigt. Der Schwierigkeitsgrad, Umfang und der zeitliche Rahmen der Hausaufgaben wird dem jeweiligen Kind angepasst, um es weder zu über- noch zu unterfordern. Die Lernzeit einer Klasse wird entweder vom Lehrpersonal, der Gruppenleitung oder in einer Doppelbesetzung durchgeführt. In der Lernzeit erledigen die Schülerinnen und Schüler zuerst ihre Hausaufgaben und beschäftigen sich dann mit Lernaufgaben ihrer Wahl. Das heißt, jeder Lernzeitgruppe steht eine „Lernkiste“ mit frei wählbarem Lese- und Lernmaterial (Bücher, Logico, Lernspiele etc.) zur Verfügung. Es ist auch möglich, sich am PC mit Lernprogrammen zu beschäftigen. Eine Lernzeitgruppe fängt somit gemeinsam an und endet gemeinsam. Die Gruppengröße besteht dabei aus möglichst nicht mehr als 8 Kindern pro Gruppe. In den meisten OGS-Gruppen werden 2 Lernzeiten pro Gruppe benötigt. Zur Verhaltensregulation und Verstärkung positiven Verhaltens während den Arbeitsphasen greift das von der OGS entwickelte Belohnungssystem (Smileysystem), mit dem die Kinder zum Beispiel bis zu zwei grüne Smileys sammeln, die ihnen  gutgeschrieben werden und für die sie sich ab einer bestimmten Anzahl etwas aussuchen können.

Sprachförderung auch am Nachmittag

Als OGS an einer Förderschule Sprache ist es notwendig, die verschiedenen Sprech- und Kommunikationsfähigkeiten der Kinder zu beachten und zu fördern.

Dies ermöglichen wir, indem wir

  • durch zahlreiche und vielfältige Sprechanlässe Freude an Sprache schaffen und Wörter mit Inhalt beleben
  • eine offene Haltung dem kindlichen Sprachhandeln gegenüber (kein geistiger Rotstift zur Markierung der vielen kleinen „Fehler“) einnehmen
  • um die Notwendigkeit eines Sprachvorbilds wissen, das beeinträchtigte Sprachverständnis der Kinder stützen und versuchen, trotz beeinträchtigter Sprachverarbeitung (Lern-)Inhalte zu vermitteln

Mitwirkungsorgane

Da seit dem Schuljahr 2013/14 120 von 141 Schülern auch in der OGS sind, wird auf eine gesonderte Wahl einer Elternpflegschaft der OGS verzichtet. Es findet ein gemeinsamer Elternabend von Schule und OGS zu Beginn des Schuljahres statt. Ein Vertreter der OGS nimmt beratend an den Schulkonferenzen teil 

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